Infos zu Förderungen und Hilfestellungen zum Thema Coronavirus COVID-19

Liebe Klientinnen und Klienten,

wir haben nachfolgend eine Übersicht über die wichtigsten Förderungen und Hilfestellungen zusammengestellt – verschaffen Sie sich bitte unbedingt einen Überblick über die nachstehenden Links – für Fragen und Erläuterungen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung:

Härtefall-Fonds | Phase 2

Der Härtefall-Fonds ist eine Förderung für Selbständige, welche dadurch eine Unterstützung für ihre persönlichen Lebenshaltungskosten erhalten. Durch den Härtefall-Fonds soll ein Teil des Nettoeinkommensentgangs ersetzt werden, wobei die Auszahlung maximal € 2.000 pro Monat bzw € 24.000 für einen Zeitraum von 12 Monaten beträgt.

Die Förderzeiträume laufen von April 2020 bis April 2021.

Voraussetzung für Auszahlungen aus dem Härtefall-Fonds:

  • Der Unternehmer ist nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken oder
  • das Unternehmen ist von einem behördlich angeordneten Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 betroffen oder
  • das Unternehmen hat einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 % zum Vergleichszeitraum des Vorjahres (für Unternehmen die bei Antragstellung weniger als ein Jahr bestehen, ist die Planungsrechnung heranzuziehen).

Details siehe: https://www.wko.at/service/haertefall-fonds-phase-2.html

Lockdown-Umsatzersatz ab 7. Dezember 2020

  • Anspruch haben Unternehmen, die zwischen 7.12.2020 und 31.12.2020 bzw zwischen 26.12.2020 und 31.12.2020 direkt von den verordneten Einschränkungen der 2. oder der 3. COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung oder der 2. COVID-19-Notmaßnahmen­verordnung betroffen sind und
  • die im jeweiligen Betrachtungszeitraum in direkt betroffenen Branchen tätig sind.
  • Die Höhe des Lockdown-Umsatzersatzes ergibt sich aus dem ermittelten vergleichbaren Vorjahresumsatz.
  • Direkt vom Lockdown betroffene Unternehmen (zB. Gastgewerbe, Friseure) erhalten 50 % des Lockdown-Umsatzausfalles (max. € 800.000).
  • Bei Handelsunternehmen wird der Lockdown-Umsatzersatz gestaffelt mit 12,5 %, 25 % oder 37,5 % vergütet (max. € 800.000).

Details siehe: https://www.umsatzersatz.at/
Eine Liste der direkt betroffenen Branchen finden Sie hier (ÖNACE-Liste) und hier (Liste Einzelhandel).

Verlustersatz

Anspruchsberechtigt sind alle Unternehmen, die durch die Corona-Krise im Zeitraum zwischen 16.9.2020 und 30.6.2021 Umsatzausfälle von mindestens 30 % haben. Ausgangspunkt sind in diesen Betrachtungszeiträumen vorliegende Verluste. Solche Verluste werden bei Vorliegen der Voraussetzungen bis zu 70 % bzw bis zu 90 % bei KMU ersetzt.

Falls der Unternehmer für November 2020 und/oder Dezember 2020 teilweise einen Lockdown-Umsatzersatz in Anspruch nimmt, ist der Verlustersatz für diesen Zeitraum anteilsmäßig zu verringern.

Ein Lockdown-Umsatzersatz muss zeitlich vor dem Verlustersatz beantragt werden.

Ein Verlustersatz darf nicht gewährt werden, wenn der Unternehmer einen Fixkostenzuschuss 800.000 in Anspruch nimmt.

Antragstellung für 1. Tranche bis spätestens 30.6.2021

Details siehe: https://www.fixkostenzuschuss.at/verlustersatz/

Fixkostenzuschuss II

Ein Zuschuss zu Fixkosten kann gewährt werden, wenn der Umsatzausfall mindestens 30 % beträgt und die Fixkosten zwischen 16.9.2020 und 30.6.2021 entstanden sind. Ein Fixkosten­zuschuss kann nur für jene Zeiträume beansprucht werden, in welchen kein Umsatzersatz beantragt wurde. Ein Lockdown-Umsatzersatz muss zeitlich vor dem Fixkostenzuschuss II beantragt werden.

Der Zuschuss richtet sich nach dem prozentuellen Umsatzausfall.

Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als € 120.000 im letztveranlagten Jahr haben die Option, die Fixkosten in pauschalierter Form zu ermitteln. In diesem Fall können 30 % des Umsatzausfalls pauschal als Fixkosten geltend gemacht werden.

Details siehe: https://www.fixkostenzuschuss.at/

Hilfe für vom Lockdown indirekt Betroffene

Eine eigene Hilfe wird konzipiert, um Umsatzeinbußen bei Betrieben abzufedern, die indirekt von den Schließungen betroffen sind, Details sind derzeit noch in Ausarbeitung.

Um die Hilfen für die vom Lockdown indirekt betroffenen Unternehmen, etwa Zulieferer sowie Dienstleister wie Textilreinigungen oder Bühnenbauer, auszuzahlen, muss zunächst die Abrechnung für den Umsatzersatz für den Dezember abgewickelt sein. Daher wird die Beantragung für die indirekt betroffenen Unternehmen ab Ende Jänner 2021 über FinanzOnline möglich sein.

Beantragen kann grundsätzlich jedes Unternehmen, das:

  • Mindestens 50 % Umsatzzusammenhang mit einem oder mehreren im Lockdown geschlossenen Betrieben nachweisen kann.
  • Im Betrachtungszeitraum mindestens 40 % Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahr (November/Dezember 2019) nachweisen kann.
  • Berechnungsgrundlage sind jene Umsätze aus dem November und Dezember 2019, die mit direkt betroffenen Unternehmen gemacht wurden.
  • Die maximale Auszahlungssumme beträgt € 800.000, die Mindestauszahlungssumme beträgt € 1.500, in Einzelfällen € 2.300.

Corona Kurzarbeit ab 1.10.2020

Das Modell der Corona-Kurzarbeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer soll Unternehmen helfen, die vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Zusammenhang mit COVID-19 zu bewältigen.

Details siehe:
www.wko.at/service/corona-kurzarbeit.html
www.ams.at/unternehmen/personalsicherung-und-fruehwarnsystem/kurzarbeit

Kurzarbeitsmodell – Rechner (AMS)
www.ams.at/unternehmen/personalsicherung-und-fruehwarnsystem/kurzarbeit/rechner-fuer-kurzarbeit

Corona-Hilfs-Fonds - Überbrückungskredite

Tourismus/Hotellerie/Gastronomie (zuständig ÖHT)
https://www.oeht.at/produkte/coronavirus-massnahmenpaket-fuer-den-tourismus/

Gewerbebetriebe und sonstige Unternehmen (zuständig aws)
https://www.aws.at/aws-ueberbrueckungsgarantien/

Weitere Maßnahmen:

  • Stundungen bei Finanzamt und ÖGK

    Eine Stundung des Abgabenrückstandes, der nach dem 15.3.2020 aufgrund von COVID-Betroffenheit bewilligt wurde, ist am 1.10.2020 ausgelaufen und wurde automatisch bis 31.3.2021 verlängert. In diese Verlängerung wurden auch alle Abgaben einbezogen, die bis zum 25.9.2020 auf dem Abgabenkonto verbucht wurden.

    Zwischen 15.3.2020 und 31.3.2021 werden keine Stundungszinsen festgesetzt.

    Covid-19-Ratenzahlungsmodell ab 1.4.2021:
    Gestundete Abgaben können in Raten über zwei Phasen zurückgezahlt werden;
    Phase 1 von 1.4.2021 bis 30.6.2022 und Phase 2 von 1.7.2022 bis 31.3.2024. Die Zinsen betragen zwei Prozent über dem jeweils geltenden Basiszinssatz pro Jahr, d.h. derzeit 1,38 %.

    Eine ähnliche Regelung wurde für Sozialversicherungsbeiträge bei der ÖGK geschaffen,
    Details siehe: www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.863230&portal=oegkdgportal

  • Steuerliche Maßnahmen im Bereich der Abschreibungen: degressive AfA, beschleunigte Gebäude-AfA,

    Für Investitionen ab 1.7.2020 kann alternativ zur linearen AfA eine degressive AfA in der Höhe von max. 30 % geltend gemacht werden. Dieser Prozentsatz ist auf den jeweiligen Restbuchwert anzuwenden. In den ersten Jahren kann dadurch eine wesentlich höhere Abschreibung von Investitionen erreicht werden.

    Die degressive Abschreibung ist allerdings für bestimmte Wirtschaftsgüter ausgeschlossen, insbesonderes für Wirtschaftsgüter, für die eine Afa-Sonderform vorgesehen ist, zB Gebäude und KFZ (ausgenommen E-Autos).

    Für Gebäude, die nach dem 30.6.2020 angeschafft oder hergestellt worden sind, gilt eine beschleunigte Afa. In dem Jahr, in dem die Afa erstmalig zu berücksichtigen ist, beträgt die AfA das Dreifache des normalerweise anzuwendenden Prozentsatzes, d.h. 7,5 % im betrieblichen Bereich bzw 4,5 % im außerbetrieblichen Bereich. im darauffolgenden Jahr das Zweifache (5 % bzw 3 %), ab dem dritten Jahr gilt der einfache Wert (2,5 % bzw 1,5 %).

    Die Halbjahresabschreibung kommt nicht zur Anwendung, d.h. auch bei Gebäuden, die in der zweiten Jahreshälfte angeschafft oder hergestellt werden, steht eine volle Jahres-AfA zu.

  • Steuerliche Maßnahmen für Verlustrücktrag und Covid-19-Rücklage

    Der Verlustrücktrag stellt eine liquiditätssteigernde und eigenkapitalstärkende Maßnahme dar und ist auf das Jahr 2020 beschränkt: Nichtausgleichsfähige Verluste des Veranlagungs­zeitraumes 2020 können mit positiven Einkünften des Jahres 2019 verrechnet werden. Falls ein steuerlicher Abzug im Rahmen der Veranlagung 2019 nicht vollständig möglich ist, kann der Verlustrücktrag auch für das Jahr 2018 geltend gemacht werden.

    Der Verlustrücktrag kann frühestens mit Abgabe der Steuererklärung 2020 geltend gemacht werden.

    Durch die COVID-19-Rücklage können voraussichtliche betriebliche Verluste des Jahres 2020 bereits bei der Veranlagung 2019 als Abzugsposten berücksichtigt werden, auch wenn 2019 bereits rechtskräftig veranlagt wurde.

    Die Höhe der COVID-19-Rücklage ist ohne gesonderten Nachweis mit 30 % des positiven Gesamtbetrages der betrieblichen Einkünfte 2019 gedeckelt. Die COVID-19-Rücklage beträgt bis zu 60 % des positiven Gesamtbetrages der betrieblichen Einkünfte 2019, wenn eine sorgfältige Schätzung des Verlustes 2020 erfolgt, die dem FA auf Verlangen vorzulegen ist.

  • Investitionsprämie

    Bei der Investitionsprämie handelt es sich um einen Zuschuss für materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen ab 1.8.2020. Die Prämie beträgt im Allgemeinen 7 % der Neuinvestitionen und 14 % in den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung oder Gesundheit/Life-Science.

    Ausgeschlossen von der Prämie sind klimaschädliche Investitionen, Grundstücke, Finanz­anlagen, Unternehmensübernahmen, aktivierte Eigenleistungen.

    Die Prämie ist steuerfrei und führt nicht zu einer Aufwandkürzung. Beantragung und Auszahlung der Prämie erfolgt durch die aws (Austria Wirtschaftsservice GmbH).

    Details siehe: www.aws.at/corona-hilfen-des-bundes/aws-investitionspraemie/

Für weitere Hilfestellungen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Ihr Team MGI-Steuerberater

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